Der Windpark aus Lilliput ?

Der Windpark aus Lilliput ? Was gerade eben wie die Strophen einer Zukunftsmusik klingt, scheint doch gar nicht so weit weg zu sein. Es ist, als hätte Gulliver ein Souvenir aus Lilliput mitgebracht. Die Akkus unserer Handys können nämlich winzige Windräder aufladen. Dazu muss das Handy nur etwas durch dir Gegend gewedelt werden. Doch die Vision der US-Forscher gehen deutlich weiter und scheinen sogar machbar. Einst waren es die „Automatikuhren“, die zum Aufziehen ein paar Schwenks mit dem Handgelenk brauchten. Heute reicht es, das Handy zu schwenken, um es aufzuladen. Da ist jedenfalls die Idee zweier US-Wissenschaftler an der Universität Arlington in Texas.

miniaturisierten Windräder

Diese miniaturisierten Windräder, die die US Forscher da entwickelt haben, würden glatt zu je 10 Stück auf einem Reiskorn Platz finden. Rund 1,8 Millimeter messen die kleinen Kraftwerke an ihrer breitesten Stelle. Einige Hundert davon könnten als Mini-Windpark auf einer Handyhülle montiert werden und Strom erzeugen. Das könnte dann den Akku eines Mobiltelefons laden. Diese Konstruktion müsste dann nur etwas durch die Luft geschwenkt oder in den Wind am Fenster gelegt werden – erklären die Wissenschaftler Smitha Rao und J.-C. Chiao.

kleine Kraftpakete

Die kleinen Kraftpakete sind neben diesen enormen Leistungsdaten auch einfach und günstig herstellbar. Die Einzelteile werden einfach aus einem Halbleiter-Rohling herausgeätzt. Damit kostet ein einzelnes Windrad in der Produktion praktisch genauso viel wie die von Hundert oder Tausend. Das interessante daran ist auch, dass diese kleinen Dinger vom Material her, Dank einer Nickellegierung, sehr stabil sind. Im September letzten Jahres standen einige dieser Windräder und realen Testbedingungen im Labor und brillierten in allen Punkten. Die Miniatur-Windräder sind prädestiniert für Einsatzorte, an denen wenig Platz zur Verfügung steht. Die beiden Wissenschaftler können sich dabei flache Panels an Hausfassaden vorstellen, die die Energie für Licht, Alarmanlagen oder Computernetze liefern könnten. Rao hat die klare Vision großer Einsatzpotenziale vor Augen. Er ist der Meinung, dass er bei dieser revolutionären Technik grade mal an der Oberfläche der Möglichkeiten gekratzt hat. Die texanische Universität in Arlington hat diese Technologie bereits zum Patent angemeldet. Eine taiwanische Mikroelektronik-Firma hat bereits Interesse angemeldet. Am Ende sollen die kleinen Kraftpakete an jedem Haus ihre zuverlässige Arbeit leisten.

Das alles klingt neu und pragmatisch. Doch auch die US-Wissenschaftler haben noch offene Fragen. So ganz klar ist es nämlich noch nicht, wie der produzierte Strom denn nun zum Akku kommt. Aber nicht nur diese Weiterleitung ist noch ungeklärt. Wie wird Feinstaub auf die mikroskopischen Maße wirken. Werden die Rotoren noch kreisen? Auch die Wartung der Technik, das Ölen der Kugellager z. B. könnte sich als schwierig erweisen. Es ist auch noch nicht bewiesen, ob sich die Miniausgaben der Windparks für den Dauereinsatz im Alltag eignen. Winmems ist gemeinsam mit den beiden Entwicklern Rao und Chiao absolut zuversichtlich, dass sich diese Technik dauerhaft am Markt behaupten wird. Diese selbstsichere Annahme beruht aktuell auf zwei fest stehenden Fakten. Zum einen produzieren sie real Strom und kosten kaum etwas. Allein das macht sie zu potenzielle Helden der Energiewende. Allerdings sind die Leistungsdaten dieser Kraftwerke noch nicht veröffentlicht.

Entwicklung Stromalternative

Wie nun der weitere Zeitplan für die Entwicklung dieser Stromalternative aussehen soll, das ist auch den Texanern noch nicht ganz klar. Diese Mikrowindmühlen sind trotz ihrer sensationellen Eigenschaften nicht die einzige bemerkenswerte Innovation. Für Jogger ist ein Smartphone-Ladegerät in der Entwicklung. Es sind findige Studenten des Instituts für Nachhaltigkeit und Energie an der US-amerikanischen Northwestern University, die daran forschen und entwickeln. Die Idee an sich ist einfach. Der Läufer clipt sich eine kleine Box, das sogenannte „myPower“ an den Hosenbund. In dieser gar nicht so geheimnisvollen Box rotiert ein Magnet in einer Magnetspule und produziert mit jedem Schritt Strom. Dieser wird über ein USB-Kabel in den Akku geleitet. Wenn es denn wahr ist, reichen 45 Minuten laufen hin um den Akku für acht bis neun Stunden aufzuladen.

Es gibt also wirklich sehr viele Ideen für den Alltag, die den Strom mal so ganz anders ins Kabel bringt. Am Ende werden diese Dinge irgendwann dazu beitragen, dass der Strompreis sich ändert. Es bleibt freilich abzuwarten, was sich von all dem durchsetzen und etablieren wird.



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