Wasserkraftwerke auf dem offenen Meer

Mit der Errichtung von Wasserkraftwerken im offenen Meer betritt dieses Technologieneuland. Die Ingenieure von dem britischen Unternehmen Marine Current Turbines wagten sich mit dem deutsch-britischen Forschungsprojekt „Seaflow“ ins sturmgepeitschte Salzwasser. Vor der Küste Cornwalls nahm im Jahr 2003 das erste Meeresströmungskraftwerk seinen Betrieb auf.

Geballte Kraft unter dem Wasser

Das erste – zunächst nicht kommerziell ausgerichtete – Kraftwerk dieser Art besteht aus 2 Flügeln mit einem Durchmesser von rund elf Metern. Von „oben“ bzw. „außen“ ist es kaum auszumachen und steht mehrere Meter unter Wasser. Es ist einem Windkraftwerk ähnlich, an einem Stahlturm montiert, der seinen Halt auf dem Meeresboden hat. Das Meer hat dort eine Tiefe von gut fünfzig Meter. Dieser Prototyp hat Rotorblätter, die sich entgegengesetzt drehen können. Mit dieser Eigenschaft sind die Strömungsenergien sowohl der Ebbe, als auch der Flut zur Stromerzeugung nutzbar. Die reine Testanlage erreichte bereits eine maximale Leistung von 290.000 Watt und lieferte über den Zeitraum eines Jahres hinweg wertvolle Forschungsdaten.

Die Weiterentwicklung bringt kommerziellen Erfolg

Auf der Basis dieser Daten, die zweifellos ihren Preis hatten, wurde der Bau des nun kommerziell ausgerichteten Nachfolgers SeaGen in der nordirischen Meerenge nahe dem Fischerstädtchen Strangford ermöglicht. Es ist das erste kommerzielle Meeresströmungskraftwerk seiner Art. Erst die dort herrschenden kräftigen Strömungen von bis zu vier Metern pro Sekunde machen den Einsatz der Technik wirtschaftlich. Dieses Kraftwerk mit einer Gesamtleistung von 1,2 Megawatt ist seit 2008 in Betrieb und liefert fast rund um die Uhr Strom, der zur Versorgung von 1500 Haushalten reicht. Diese Anlage läuft so gut, dass ein weiteres Kraftwerk – ein noch größerer Bruder – geplant ist. Das Kraftwerk soll im Jahr 2015 in Betrieb gehen und dann Strom für rund 10.000 Haushalte liefern.

Ein wirkliches Ende ist noch nicht in Sicht

Im Vorfeld darauf wird noch ordentlich optimiert. Auffälligstes Merkmal dürften dabei die großen Rotoren mit 20 Meter sein. Für den weiteren Verlauf dieser Technik spricht man bereits von ganzen Parks vor der Küste der südkoreanischen Provinz Jeollanam-do. Diese sind bereits in Planung. Mit dem Seaturtle Tidal Park wird dort ab 2016/2017 das größte Gezeitenströmungskraftwerk der Welt errichtet. In der vorerst geplanten Endausbaustufe werden Hunderte von Turbinen vereint ihre Arbeit tun und es gemeinsam auf eine Gesamtleistung von 150 Megawatt bringen.



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