Warum wird der Strom immer teurer?

Warum wird der Strom immer teurer?

Der Strompreis auf unseren Rechnungen kennt seit Jahren eigentlich nur noch eine Richtung. Er geht unterschiedlich steil aufwärts. Aber warum ist das so? Wie sieht die Zukunft aus? Kann der Verbraucher was dagegen tun? Die Zahlen sind erschreckend und schüren Existenzangst vor der Zukunft.

Vergleichswerte

Eine vierköpfige Familie zahlte bei einem Jahresverbrauch von 4000 kWh im Jahr 2004 durchschnittlich noch 708 Euro im Jahr. 2013 waren es bereits 1120 Euro bei gleicher Verbrauchssituation. Noch krasser werden die Zahlen, wenn man weiter zurückgeht. Vergleicht man den heutigen durchschnittlichen Strompreis beispielsweise mit dem aus dem Jahr 1998, müssen Verbraucher stolze 67 Prozent mehr für ihre Stromrechnung zahlen. Auf das Ergebnis kam der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für einen Drei-Personen-Haushalt (Jahresverbrauch 3500 kWh).

Der Mieterbund schlägt Alarm

Selbst der Deutsche Mieterbund schlägt Alarm. Mieter bringen inzwischen bis zu einem Drittel ihres Haushaltsnettoeinkommens allein für Miete und Energie auf. In Ballungsräumen kann das sogar bis zur Hälfte des Einkommens hoch gehen. Das mag für manch einen einfach nur ärgerlich sein. Es gibt aber viel zu viele sozialschwache Menschen für die diese Preissteigerung zu einem existentiellen Problem werden kann. Jedes Jahr drehen die Energieversorger zwischen 600.000 und 800.000 Menschen den Strom ab, einfach weil sie ihre Rechnungen nicht zahlen (können).

Nicht unter jeder Bedingung wechseln

Verbraucherschützer warnen jedoch davor, um jeden Preis das billigste Angebot zu wählen. Von Tarifen mit Vorauskasse, Kautionen oder Strompaketen, bei denen man sich auf eine bestimmte Abnahmemenge für Strom festlegt, sollten Kunden unter allen Umständen die Finger lassen, raten Energieexperten. Billigtarife können unter Umständen richtig teuer werden. Viele Verbraucher laufen auch heute noch dem Geld hinterher, das sie den Pleiteanbietern Teldafax oder Flexstrom im voraus für Strom gezahlt haben. Den bereits bezahlten Strom werden sie nun nach der Insolvenz niemals mehr erhalten.

Der Strompreis wird weiter steigen

Experten sind sich einig darin, dass der Strompreis auch in Zukunft steigen wird. Nachdem Bundesumweltminister Peter Altmaier mit seiner Strompreisbremse so wenig erfolgreich war, dürfte die EEG-Umlage, mit der Stromkunden die Energiewende finanzieren, weiter in die Höhe gehen. Verbraucherschützer Krawinkel rechnet damit, dass die Umlage, mit der erneuerbare Energien gefördert werden, zum Jahreswechsel 2014 um einen Cent steigen wird. Bereits Anfang 2013 war die Umlage um 1,7 Cent auf 5,28 Cent gestiegen. Auch die Netzentgelte, die die Stromlieferanten an den jeweiligen Netzbetreiber zahlen, steigen ständig – und werden das auch in Zukunft tun. Weil die Leitungen für die Energiewende ausgebaut werden müssen, gehen auch diese Kosten weiter in die Höhe.

Sparen durch einen Anbieterwechsel

Wer sparen möchte, dem steht eigentlich nur ein Weg offen – der Anbieter- und Tarifwechsel. Das empfiehlt auch die Bundesnetzagentur jedem, der noch zu den alten Konditionen Strom von seinem Grundversorger bezieht. Schon der Wechsel in einen günstigeren Tarif beim angestammten Lieferanten kann eine enorme Ersparnis bringen. Noch mehr lässt sich sparen, wenn man zu einem attraktiveren Versorger geht. Selbst wenn man Discounttarife mit Vorkasse und Pakettarife außen vor lässt, kann ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 4000 kWh mehrere Hundert Euro im Jahr sparen.

Die teuerste Variante ist die Grundversorgung

40 Prozent aller Haushaltskunden verharren nach wie vor in ihrer Grundversorgung, dem teuersten aller Tarife. Wie hoch die Ersparnis ausfällt, hängt auch davon ab, wo man wohnt. Bei vielen Kunden ist diese Botschaft noch immer nicht angekommen, dass man aus dem Tarif der Grundversorgung wechseln kann und muss. Eigentlich ist fast alles günstiger als dieser Tarif. Was konkret zu tun ist, ist eine Frage der genauen Situation des Verbrauchers. Lohnen tut es sich auf jeden Fall.



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