Stiftung Warentest und die Strompreisvergleichsportale

Die Stiftung Warentest kritisiert in der Ausgabe 3/2013, dass bei Strom – Vergleichsportalen im Internet teilweise verbraucherunfreundliche Stromtarife ganz oben im Tarifrechner angezeigt werden. Die Vergleichsportale sind laut „Stiftung Warentest“ nur für versierte Nutzer eine echte Hilfe. Kein Stromtarifrechner habe verbraucherfreundliche Voreinstellungen, urteilte das Magazin „Test“ in seiner Märzausgabe.

In der Tat sind die Suchergebnisse von den Voreinstellungen massiv abhängig. Das genau ist ja auch das Ziel dieser Voreinstellungen. Streng genommen laden sie direkt zum Experimentieren ein, um die unterschiedlichen Parameter in unterschiedlichen „was wäre, wenn“ Szenarien zu testen. Genau das stuft die Stiftung als irritierend ein und kommt zu dem Ergebnis, dass fünf der getesteten Portale ein „befriedigend“, vier ein „ausreichend“ und eins sogar ein „mangelhaft“ bekommt. Die Stiftung begründet ihr Ergebnis damit, dass Nutzer, die sich mit den Voreinstellungen nicht ausreichend auskennen, verbraucherunfreundliche Tarife mit Vorkasse und undurchsichtiger Preisgestaltung ganz oben angezeigt bekämen.

Um die wirklich “fairen Tarife” von seriösen Stromanbietern auch oben in der Liste der individuellen Auswertungen zu finden, rät die Stiftung den Testern zu folgenden Einstellungen in den Vordaten:

1. Die Zahlungsweise sollte auf “monatlich” eingestellt sein.
2. Der Tarif beinhaltet eine Preisgarantie.
3. Ein Neukundenbonus besteht aus einer “fest vereinbarten Summe” und nicht aus einer Prozentzahl.
4. Die Kündigungsfrist sollte höchstens 6 Wochen betragen.
5. Die Anschlusslaufzeit nach der Mindestvertragslaufzeit sollte maximal 4 Wochen betragen.
6. Bei Ökostromtarifen soll auf Siegel wie “OK-Power” oder “Grüner Strom Label” geachtet werden.

Vermieden werden sollten der Stiftung Warentest zufolge hingegen folgende “unfaire Tarife”:

1. Vorkassetarife.
2. Ein prozentual errechneter, großer Neukundenbonus, da diese Tarife im zweiten Versorgungsjahr teurer werden könnten.
3. Tarife mit langen Anschlusslaufzeiten.
4. Pakettarife.
5. Wer Ökostrom möchte, der sollte keinen Tarif wählen, der kein Ökostrom-Siegel oder das RECS-Zertifikat hat.

Im Test wird davor gewarnt, unbedarft nach einer solch verzerrenden Auswertung einen Anbieter zu wechseln. Mithilfe korrekter Vordaten lassen sich durch einen geschickten Anbieterwechsel durchaus “10 bis 20 Prozent” sparen. Bevor also jemand seinen Anbieter wechselt, sollte er darauf achten, dass die Einstellungen so geändert sind, dass die oben aufgeführten “unfairen Tarife” nicht angezeigt werden. In den Tarifdetails der einzelnen Stromtarife kann im Stromvergleich überprüft werden, ob die dann angezeigten Stromtarife alle für fair erachteten Tarifmerkmale erfüllen.

Nur so sind die Vergleichsberechnungen der Portale von Nutzen. Dann sind sie ein Hinweis darauf, zu welchem Anbieter man wechseln kann, um real sparen zu können und einen fairen Tarif zu bekommen.



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