Energie Paradox mit deutscher Energiewende

Energie Paradox mit deutscher Energiewende

Deutschland arbeitet, bastelt und feilt kontinuierlich an der weiter fortschreitenden Energiewende. Unsere Energiepreise steigen obwohl wir unsere Nachbarländer mit einer Stromüberproduktion an manchen Tagen geradezu überfluten. Einige unserer Nachbarländer leiden sogar unter der Stromflut aus deutschen Landen. Der Überfluss an Energie hat reichlich absurde/paradoxe Folgen.

Die Schweizer merken es nicht nur am Wetterbericht, wenn in Deutschland die Sonne scheint und die Winde wehen. Bei einer solchen Wetterlage läuft die Ökostromproduktion naturgemäß auf Hochtouren. Von der Nordseeküste fließt dann der Windstrom reichlich in die Netze und vom Süden her wird das Netz mit Sonnenstrom überflutet. Deutschland schwimmt dann regelrecht in Energie. Nun ist es aber so, das es keinen Regler oder Regelmechanismus gibt, der die Energieströme aus den konventionellen Atom- und Kohlekraftwerken in Echtzeit bei eben diesem Ausmaß drosseln würde. Wenn Deutschland dann weit mehr Strom produziert als die Verbraucher in der Industrie und den Haushalten überhaupt verbrauchen können, stellt sich die die Frage: „Wohin damit“. Genau das ist der Punkt, an dem die Schweizer ins Spiel kommen. Im europäischen Stromnetz ist es so, dass Deutschland und seine Stromproduktion kein in sich geschlossenes System sind. Wenn also in Deutschland zu viel Strom produziert wird, fließt der Strom in die Netze der Nachbarländer. Davon begünstigt oder betroffen sind vorrangig die Niederlande danach Österreich und letztlich die Schweiz. Das wiederum führt zu Kritik insbesondere von der schweizer Energiewirtschaft. Innerhalb natürlicher Marktmechanismen drückt ein Überangebot die Preise. Da gab es schon Tage, an denen Deutschland seinen überschüssigen Ökostrom tatsächlich verschenken musste.

Weit dramatischer sieht es in den Schweizer Bergen aus. Bei den Pumpspeicherkraftwerken wird gezielt Strom für Verbrauchsspitzen zur Mittagszeit bereitgestellt. Dazu wird seit langer Zeit mit wirtschaftlich günstigem Strom Wasser in die Speicherseen gepumpt. Am Tag wird es dann wieder abgelassen, um damit Strom zu erzeugen. Bedingt durch den konkurrenzlos günstigen Solarstrom aus Deutschland ist der Bedarf abgedeckt. Wie es der Lauf der Dinge so will produzieren Solaranlagen zur Mittagszeit nun einmal den meisten Strom. Diese Besonderheiten werden aber nicht nur von den Energieerzeugern bemerkt. Die Politik will sich nun auch auf höchster Ebene einschalten. Der Energiekommissar in Brüssel (CDU) soll´s nun über ein Stromabkommen richten.

Es wäre lediglich ein angenehmer Irrtum zu meinen, die Schweiz sei das einzige europäische Land, in das der deutsche Stromexport sprudelt. Die deutsche Energie – Überproduktion ist nicht nur groß, sie ist so gewaltig, dass die in alle Himmelsrichtungen verteilt wird. Für 2012 wurde der Netto-Überschuss offiziell mit 22,8 Terawattstunden (TWh) angegeben. Das ist rund das Vierfache der Werte aus dem Jahr 2011. Um diese Zahl besser einschätzen zu können, muss man wissen, dass die ausländischen Stromversorger aus den Niederlanden, aus Österreich und aus der Schweiz 66,6 TWh aus Deutschland eingekauft haben. Die real exportierte Strommenge entspricht damit der Jahresproduktion von mehr als zwei Kernkraftwerken. Diese Zahlen sind wirtschaftlich so dramatisch, dass deutsche Versorger dafür zahlen müssen, dass ihnen jemand den Strom abnimmt. So kam es dazu, dass am ersten Weihnachtsfeiertag 2012 um vier Uhr morgens für die Stromabnahme 220 Euro pro Megawattstunde gezahlt wurden. Am 24. März 2013 kam es erstmals auch über den Tag verteilt für mehrere Stunden zu negativen Preisen im kurzfristigen Stromverkauf. Es gab seinerzeit enorm viel Wind- und Solarstrom und sehr wenig Verbrauch an diesem Sonntag. Es gibt einiges zu überdenken und neu zu planen …



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