Aus gegebenem Anlass – E.on in unseren Tagen

E.on – Zukunft des Energieriesen

Die geplanten Änderungen bei E.on beherrschen die Überschriften der Presse zwar nicht – sind aber per Automatismus zum Teil der Pressemeldungen geworden. Was geht da eigentlich im Moment vor sich?

Das einst in den Stein gemeißelte Kerngeschäft von E.on war bis dato die Energiewirtschaft nach konventioneller Art und Weise. Doch dieser Stein scheint in den Wettern der alternativen Energieumformung von Wind, Sonne und Wasser der Verwitterung und damit dem nagenden Zahn der Zeit anheim gefallen zu sein. Das Unternehmen stößt sein historisches Kerngeschäft ab. Soweit so gut – doch was kommt danach? Oder besser gefragt – was genau plant denn E.on jetzt? Will sich der sonst so gut etablierte Energieriese zurück ziehen?

E.on ist der größte deutsche Energiekonzern und zerschlägt sich gerade selbst. Dabei ordnet er seine Geschäfte neu. Das ist allerdings keine Laune des Moments, sondern ein Plan, an dem das Management schon seit einem Jahr feilt. In diese Absichten weihte das Unternehmen den Betriebsrat, die relevanten Gewerkschaften und sogar die Bundesregierung ein. Somit kommen diese Veränderungen nicht als vollkommene Überraschung daher. Ungeachtet dessen drang darüber bis dato nichts nach außen …

Wenn alle geplanten Veränderungen vollzogen wurden, dann wird bei E.on kaum etwas so geblieben sein, wie es bisher war. Das klingt nach einem tiefen Durchpflügen der unternehmerischen Strukturen. Trotzdem ist das Wort Umbau alleine zunächst nichts weiter als eine verheißungsvolle Worthülse. Was plant das Management denn nun im Detail? Fakt ist, dass aus dem bisher größten deutschen Energiekonzern am Ende von zwei Jahren Umbauzeit zwei Unternehmen werden sollen.

Dazu wird das bisherige Kerngeschäft ausgekoppelt. Der Teil soll an die Börse gebracht werden. Dazu zählen die großen konventionellen Kraftwerke – also die Gasmeiler, die Atom-, Kohle- und die klassischen Wasserkraftwerke. Dieser wirtschaftliche Kraftakt soll bis 2016 vollendet sein – die Zustimmung der Hauptversammlung steht aktuell noch aus. Den Fokus will E.on künftig auf das Geschäft mit erneuerbaren Energien sowie deren Netze und Kundendienstleistungen legen. Dazu zählen dann auch die Blockheizkraftwerke und die Antworten auf die Fragen zur Effizienzsteigerung.

Tut das Not – oder warum stellt sich E.on quasi komplett neu auf?

Genau beobachtet der Energiekonzern nur die Zeichen der Zeit und reagiert so auf die Umbrüche, die die Energiewende mit sich bringt. Der Siegeszug der erneuerbaren Energien ist nicht nur unaufhaltsam, es gibt bei den Kraftwerken der fossilen Energieträger mittlerweile klare Überkapazitäten. Das hat am freien Markt stets einen Preissturz zur Folge. Da geht es dann nicht um einzelne Centbeträge. Da geht es um einen erdrutschartigen Großhandel – Preisverfall von rund 25 Prozent seit Anfang 2013. Und dieser ist dieser um etwa 25 Prozent gefallen. Der Trend hält nach Meinung der Fachleute an und dürfte sich bis 2020 womöglich halbiert haben.

Allerdings wird man allein mit der Antwort des Preisverfalls auf die Frage nach dem Umbau des Konzerns der Sache nicht gerecht. E.on hat eine Schuldenlast von 31 Milliarden Euro. Die setzen sich aus Fehlinvestitionen und anderen Abschreibungen zusammen. Die Mitarbeiter dürfen berechtigt hoffen. E.on versichtert, dass durch die Abspaltung niemand zusätzlich entlassen wird. Selbst Pensionsansprüche gehen mit über. Die Gewerkschaft Ver.di sieht keine Nachteile für die Beschäftigten.

Am Ende hängt die Zukunft des Energieriesen mit von einer Entscheidung   der Bundesregierung ab. Die Branche möchte allein schon dafür bezahlt werden, dass sie Energie aus konventionellen Kraftwerken für den Fall vorhält, dass der Himmel bewölkt ist und und die energiereichen Winde nicht wehen wollen. Nur mit diesem „Deal“ sei die Versorgungssicherheit bei der Flaute alternativer Energien kompensierbar und die die Stromversorgung abzusichern.



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