Überraschende Stromquellen

Strom Stecker

Überraschende Stromquellen

Überraschende Stromquellen wie z.B. Wasserkraft haben eine vollkommen neue Bedeutung bekommen, denn die neuen Methoden haben mit der guten alten Wassermühle so gar nichts mehr zu tun. Das normale, handelsübliche Handy lässt sich prinzipiell auch mit Strom aus Urin betreiben. Es klingt zwar verrückt, Strom aus unseren flüssigen Stoffwechselprodukten produzieren zu wollen – aber bitte, Forscher aus Bristol haben genau das in Labortests bewiesen. Und wozu soll das gut sein?

Woher kommt der Strom in den entlegensten Zonen?

Es gibt Gegenden, die der Volksmund als „JWD“ bezeichnet. Dieses „Janz Weit Draußen“ umschreibt insbesondere abgeschiedene Gegenden. Hier kann das Fehlen von elektrischem Strom das „aus“ für die Telekommunikation sein. Wenn man jetzt sein Handy doch bloß mit dem eigenen Urin aufladen könnte, mag man sich denken. Immerhin ist der praktisch jederzeit produzierbar. Mit dieser Methode brauchte man jedenfalls keine Angst davor zu haben, dass ein Telefonat einfach zusammenbricht oder kein Weiteres möglich ist. Das kann richtig schlimm werden, wenn man zum Beispiel einen Rettungswagen, einen Arzt, die Feuerwehr oder die Bergwacht rufen müsste.

Energie wird nicht hergestellt sondern entsteht durch Umwandlung

Dabei ist die mikrobische Brennstoffzelle tatsächlich nichts anderes als ein Energieumwandler. Sie nimmt die im Urin gespeicherte Energie auf und wandelt sie in Strom um. Das ist nichts Ungewöhnliches, denn streng genommen geht es technisch gar nicht anders. Energie kann im eigentlichen Sinn des Wortes gar nicht hergestellt werden. Die Energie der Kohle wird zum Beispiel durch Verbrennung frei gesetzt. Die Windräder wandeln die Energie des Windes in die Drehung des Rotors und damit in Strom um. Dieses Prinzip ist allen „Kraftwerken“ wieder zu finden.

Im Inneren dieser Brennstoffzelle sorgen lebende Organismen für die Energieumwandlung. Diese kleinen Stoffumwandler finden wir sogar in unseren Därmen. Dort sind sie ein wichtiger Teil der Verdauung. Diese mikroskopisch kleinen Wesen fressen den Brennstoff, den man ihnen gibt und verdauen ihn. Genau das ist der Moment, in dem sie Elektronen produzieren. Auf Urin haben diese kleinen Arbeiter einen ganz besonders guten Appetit.

Viel-Telefonierer haben davon nicht besonders viel

Diese Art an Strom zu kommen ist natürlich eine Weltneuheit unserer Tage. Irgendwann fanden Forscher mal den entzündungshemmenden Stoff, der Babys Popo und andere Stellen vor vorhandenen Entzündungen schützt, in der Löwen-Pipi. Doch niemand hat jemals zuvor Strom aus Urin erzeugt. Noch grüner (gelber) kann man Strom gar nicht produzieren. So richtig ausgereift ist das freilich noch nicht und die handytypische Dauertelefonitis will damit auch nicht wirklich klappen. Der Grund dafür ist rasch gefunden, diese neue Technologie hat ganz einfach noch ihre Grenzen. In den Laboratorien reichte die bisher erzeugte Energie gerade mal für SMS-Nachrichten. Das Telefonieren braucht einfach den meisten Strom.

Energie für ein ganzes Badezimmer?

Die Forschungsergebnisse eröffnen quasi in jeder Hinsicht vollkommen neue Perspektiven für das Prinzip der Energiegewinnung aus Abfall. Müll in Energie zu verwandeln in einfach etwas sehr, sehr Nützliches. Das neueste Entwicklungsprojekt dieses Teams der Wissenschaft ist eine „smarte Toilette“. Ihrer Vision nach lassen sich zukünftig komplette Badezimmer auf die beschriebene Weise mit Urin elektrisch versorgen. Das Schönste an dieser Energiequelle ist allerdings die Tatsache, dass die Stromproduktion mal nicht von den Launen der Natur abhängig ist. Sonys Entwicklungsabteilung hat eine Technologie auf der Basis voltaischer Enzyme. Dabei geht es letztlich auch wieder darum, aus organischen Stoffen Strom zu gewinnen. Da wird gewissermaßen der Energieriegel aus der Pause zu einer Energiequelle der neuen Art. Dabei versteht es sich von selbst, dass man den Stecker nicht einfach in ein Müsli halten kann.

Einen vollkommen anderen Ansatz verfolgt RWE

Methan ist bekanntlich der emissionsärmster Energieträger, jedenfalls soweit es die fossilen Brennstoffe betrifft. Er zeichnet sich auch durch seine flexiblen Einsatzmöglichkeiten aus. Wo aber bekommt man immer neue Mengen dieses Gases her. Wo sind die Quellen, an die bisher noch keiner gedacht hat? Ein sehr vielversprechender Ansatz auf dieser Suche sind sogenannte Methanhydrate. Aha. Und was ist das? Methanhydrate entstehen wenn sich Methan unter hohem Druck und niedriger Temperatur in Eiskristallen einlagert. Dieses quasi „gefrorene Erdgas“ bildet sich schlicht unter dem Meeresboden – und nicht nur da. Es entsteht auch in Permafrostböden.

Das ist der Punkt, an dem der Energieriese RWE gleich in mehreren Projekten arbeitet. Das erklärte Ziel ihrer Mission ist tatsächlich die Nutzbarmachung der Methanreserven. Die Vorkommen unter dem Meer sind dabei nicht nur einfach eine neue Energiequelle, sondern auch eine große Chance für den Klimaschutz. Warum? Ganz einfach. Das in den Kraftwerken eingefangene CO2 kann in das Eis reín gepumpt werden und dann dort den Platz des geförderten Methans einnehmen. Im Ergebnis wäre das ein CO2-neutrales Erdgas und eine perfekte Lagerstätte für das „Klimagas“.



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