Sauberer Strom für die ganze Welt. Ist das möglich?

Es wäre möglich, schon mit der Technik von heute, wenn man es nur wirklich wollte. Ein weltweites Stromnetz könnte den kompletten Globus mit sauberem Strom versorgen. Laut einer ETH-Studie wäre ein «Globales Grid» bereits heute technisch und finanziell machbar. Damit könnte die alternative Energieerzeugung in entlegenen Gegenden stattfinden und über große Strecken transportiert werden. In einem beabsichtigt praxisnahen Planspiel haben die Forscher dazu die Flächen ausfindig gemacht, in denen in der Welt Möglichkeit zur Gewinnung von Wind- und Sonnenenergie am Größten ist. Tatsächlich sind das stets unwirtliche Gebiete wie Wüsten, Patagonien oder die Arktis. In ihrem Modell wurden Sonnen- oder Windkraftwerke an genau diesen Standorten platziert und an bestehende Stromnetze angebunden.

Der erste Bigpoint für das «Global Grid» ist ein Offshorewindpark vor der Ostküste Grönlands. Dort pustet der Wind im Schnitt mit mehr als 30 Kilometern pro Stunde und das Meer ist eher flach. Per Seekabel könnte der Strom über Island und die Färöerinseln nach Schottland aufs Festland geführt werden. So wäre es immerhin denkbar, den Strom möglicherweise über eine 3200 Kilometer lange Tiefseeleitung weiter nach Kanada und in die USA zu leiten. Dort ist der Spitzenverbrauch gegenüber demjenigen in Europa um mehrere Stunden verschoben. So könnten beide Spitzenzeiten mit der Windenergie aus dem Norden abgedeckt werden.

allumspannendes Stromnetz viel zu teuer

Den Einwand, dass so ein allumspannendes Stromnetz viel zu teuer wäre, lässt Andersson nicht gelten. Die Investitionen für das «Global Grid» seien allenfalls vergleichbar mit denjenigen, die derzeit sowieso für den Auf- und Ausbau der Stromversorgung getätigt werden, so seine Aussage. Vorsichtig geschätzt würde der Bau des Seekabelnetzes aus zahlreichen Windfarmen der Nordsee rund 70 bis 90 Milliarden Euro kosten. Das ist Geld, das rasch wieder eingespielt wird.

«Es lohnt sich, das Thema breit zu diskutieren», erklärte Andersson. «Wenn wir in 50 Jahren saubere Energie wollen, dann müssen wir es heute anpacken.» Das europäische Stromnetz werde jetzt umgebaut, und die Integration der alternativen Energien dürfe nicht verpasst werden.



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