Futuristische Straßen

Die Straße als Kraftwerk

Futuristische Straßen

Futuristische Straßen und die Energiegewinnung

Wir haben hier schon über energieproduzierende Tanzböden, algenhaltige Fassaden und vieles mehr zur alternativen Energiegewinnung berichtet. Heute steht die Frage im Vordergrund, warum Fahrbahnen eigentlich aus Asphalt sein müssen – oder ob sie weitere sinnvolle Aufgaben übernehmen können: zum Beispiel Strom produzieren.

Etwas Ähnliches hörten wir jüngst aus den Niederlanden – doch ein amerikanisches Tüftlerpaar geht da noch ein ordentliches Stück weiter. Straßenoberflächen können auch aus Solarzellen sein. Damit könnte sich nicht nur Öl sparen und Strom liefern – sie könnten auch den aufliegenden Schnee schmelzen und vor vielen Unfällen schützen. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben eine Straßenkultur, wie kaum ein anderes Land. Highways, Route 66 und manch anderer (k)m durchziehen den Kontinent. Julie und Scott Brusaw, ein Ehepaar aus Sandpoint in den USA, wollen den Autoverkehr für die Zukunft rüsten in dem er sauberer und sicherer gemacht wird.

Die Idee dahinter

Die Idee dahinter ist verblüffend einfach. Überall da, wo heute die graue Asphaltdecke der Straßen zu sehen ist, könnten stattdessen auch genauso gut Solarmodule liegen. Die arbeiten dann wie ein Solardach, erzeugen Strom und stellen den dann einfach über das Netz bereit. Damit könnten dann einfach die Elektroautos gleich mit aufgeladen werden. Das würde eine Menge Öl sparen. Darüber hinaus kann beim Straßenbau der Asphalt eingespart werden, für dessen Herstellung ebenfalls Erdöl notwendig ist. Ein Einspar – Geniestreich.

Die Solar Roadways

Es wäre wohl nicht Amerika, wenn das schon alles wäre. Die Solar Roadways sind nämlich auch noch beheizbar und besitzen integrierte LEDs. Die wiederum sind nicht nur als Fahrbahnmarkierung da – sie können auch noch Warnhinweise auf die Fahrbahn „malen“. Das Erfinderduo weiß natürlich, dass sich diese Idee nicht „mal eben“ umsetzen lässt. Deswegen fangen auch sie „klein“ an. Auf ihrer Agenda stehen zunächst die klassischen Fußwege, die Radfahrwege und größere Parkplatze nach Art der Supermärkte.

Futuristische Straßen und die Energiegewinnung

Die Brusaws sind sich bewusst, dass ihre Vision nicht von heute auf morgen umzusetzen ist. Die weitaus größeren Steps wären dann die Landstraßen und Highways – dann allerdings auch gerne weltweit. Natürlich gibt es Spötter, Zweifler, Bedenkenträger und die ewig Gestrigen. Aber das musste Noah beim Bau seiner Arche im Vorgarten auch erleben. Es würde sicher etwas fehlen, wenn diese Gruppierungen sich noch fachkundig dazu äußern würden. Doch Bedenkenträger haben weder das Fliegen noch das Auto erfunden. Es waren stets die Ausnahmegeister, die Spinner, Träumer und die Visionäre, denen wir die großen Dinge zu verdanken haben ….

Forschungsgeldern für Prototyp

Das Projekt wurde prompt ein Selbstläufer. Schon 2009 konnte sich das Forscherpaar über Geld vom Staat freuen – von diesen Forschungsgeldern konnten sie Prototypen bauen. Die Produkte hielten, was die Brusaws versprachen. Deshalb wurde ihr Pilotprojekt auch schon mit 750.000 Dollar aus staatlichen Geldern gefördert. Nun gibt es im Heimatort des Forscherpaares einen Parkplatz aus diesen Solarmodulen. Auf dem Weg dahin galt es allerdings reichlich Hürden zu überwinden. Die Oberfläche ist und bleibt Glas. Das darf hier aber nicht glatt sein, darf nicht kaputt gehen usw. Auf diesem Weg der Entwicklung entstand ein Glas, das stahlhart ist – aber Gripp hat wie Asphalt. Das alles hat mit dem Glas der Fensterscheiben so rein gar nichts mehr zu tun. Da es aber technisch Glas ist, soll es bei diesem Material auch bei diesem Namen bleiben.

Bei der Entwicklung ist es gelungen, dass die Module schon jetzt einen standardisierten Aufbau haben. Bei den drei Teilen gibt es oben die erwähnte harte Glasschicht, die die Solarmodule, eine Heizung und die LED-Leuchten enthält. In der darunter liegenden Schicht ist die Steuerung untergebracht. Es gibt eine Mikroprozessoreinheit, die die Leuchten steuert und im Dialog mit den anderen Straßenmodulen steht. Da der Strom auch wieder irgendwo raus muss, sorgt die unterste Schicht dafür, dass der Strom von „oben“ zu den Ladestationen und Haushalten kommt. Damit diese Module zu richtigen Alleskönnern werden, ist in der untersten Schicht auch noch Platz für Telefon- und Fernsehkabel.

Mit einer weiteren Überlegung haben die Forscher endgültig die „eierlegende Wollmilchsau“ entwickelt. Die Module haben nämlich seitlich Kanäle bekommen, über die das Regen- und Schmelzwasser gesammelt und gefiltert werden kann. So kann das Wasser der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt werden. Und was ist nach einem Erdbeben? Dabei werden die Module natürlich auch Schaden nehmen. Allerdings können die defekten sehr leicht durch heile Teile ausgetauscht werden. Ähnlich wie bei einer Autorennbahn im Kinderzimmer sind alle Elemente „logisch“ mit einander verbunden. Fahrer können so durch Signale auf der Straße auf eine Gefahr hinter der Kurve hingewiesen werden.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber doch noch. Die Solarmodule kosten noch rund dreimal soviel wie der konventionelle Straßenbau. Wenn das Forscherpaar recht hat, arbeiten die Module so gut, dass sie sich letztlich doch rasch rechnen und sogar Gewinn abwerfen. Schön wär´s ja…



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