Energiewende paradox – Braunkohle auf dem Vormarsch

Energiewende paradox  – Braunkohle auf dem Vormarsch

Alle Signale stehen auf Umweltschutz, alternative Energien und die Energiewende. Nun erreichte die klimaschädigende Stromproduktion aus Braunkohle im vergangenen Jahr ihren höchsten Stand seit 1990. Und das trotz der buchstäblich milliardenschweren Förderung der erneuerbaren Energien. Wie passt die dieses enorme Plus an CO2 Produktion durch das verheizen der Braunkohle zu der geplanten Energiewende auf der Basis regenerativer bzw. alternativer Energien? Die vorläufigen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. sprechen da eine ganz eigene Sprache. Über die Verbrennung von Braunkohle sind diesen Zahlen zufolge über 162 Milliarden Kilowattstunden Strom produziert worden. Ein Vergleich mit der Situation aus dem Jahr 1990 macht das Gewicht dieser Zahl deutlich. Damals wurden knapp171 Milliarden Kilowattstunden erzeugt. Allerdings liefen damals noch viele der alten DDR-Meiler mit.

Energiebilanzen

Nun rechnet die AG Energiebilanzen damit, dass der CO2-Ausstoß in Deutschland durch die „florierende“ Stromerzeugung durch Braunkohle erneut gestiegen ist. Das fast paradoxe dabei ist, dass die erneuerbare Energien mittlerweile 25 Prozent des deutschen Strombedarfs decken. Natürlich ruft dieser Sachverhalt die Opposition und andere Kritiker auf den Plan. So bezeichnen die Grünen diesen Trend als dramatisch für die deutsche Klimaschutzbilanz und forderten die Koalitionspartner auf, dem rasch entgegen zu wirken. „Der CO2-Ausstoß braucht einen regulierenden Preis, damit sich unter anderem die klimaschonenderen Gaskraftwerke durchsetzen können“. Das äußerte die Umweltpolitikerin Bärbel Höhn.

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Gerald Neubauer, ausgewiesener Greenpeace-Energieexperte, appellierte an die Adresse von Energieminister Sigmar Gabriel (SPD): „Er muss den schockierenden Kohleboom stoppen. Das ist die gravierendste Fehlentwicklung bei der Energiewende, die die deutschen Klimaschutzziele stark gefährdet.“ Dabei erschrickt die Tatsache, dass es auch einen Rekord beim Export von Strom gab. Dieser lag bei rund 33 Milliarden Kilowattstunden. Während die Braunkohle brannte, stieg aber auch die Stromproduktion in Steinkohlekraftwerken um acht Milliarden auf mehr als 124 Milliarden Kilowattstunden. Daneben sank die Stromproduktion in Gaskraftwerken um zehn auf 66 Milliarden Kilowattstunden. Damit sind es vor allem die Kohlekraftwerke, die den Wegfall von acht Atomkraftwerken kompensieren. Währenddessen rechnen sich die CO2-ärmeren, aber im Betrieb teureren Gaskraftwerke aktuell kaum.

CO2-Verschmutzungsrechte

Im Hintergrund ist der Preis für CO2-Verschmutzungsrechte im EU-Emissionshandel sehr niedrig. Zum anderen sollen allein 2012 neue Kraftwerksblöcke mit einer Leistung von 2743 Megawatt hinzugekommen, während alte Blöcke mit einer Leistung von 1321 Megawatt abgeschaltet wurden. Energieexperte Graichen spricht aus, was viele denken. „Energiewende-Paradox“. Da wird der Ausbau von Solar- und Windparks stark gefördert und wir erleben dennoch steigende Kohlendioxid-Ausstöße. Die Ursache dafür ist laut Graichen, dass der CO2-Ausstoß derzeit kaum etwas koste. „Der europäische Markt für Emissionsrechtezertifikate muss dringend repariert werden, um das zu ändern.“ Die Menge an Emissionsrechten müsse reduziert werden, um den CO2-Preis zu erhöhen.

Kohleboom stoppen

Gerald Neubauer von Greenpeace sagte an die Adresse von Energieminister Sigmar Gabriel (SPD): „Er muss den schockierenden Kohleboom stoppen. Das ist die gravierendste Fehlentwicklung bei der Energiewende, die die deutschen Klimaschutzziele stark gefährdet.“ Deutschland sei unangefochtener Weltmeister wenn es um die Stromproduktion aus Braunkohle geht. In keinem anderen Land werde dermaßen viel Braunkohle abgebaut wie hierzulande. „Der Kohleboom gefährdet inzwischen auch international die Glaubwürdigkeit Deutschlands bei Klimaschutz und Energiewende.“ Auch 2014 würden neue Blöcke in nicht unerheblicher Zahl wieder zusätzlich ans Netz gehen. „Wir vermissen gerade bei der SPD eine kritischere Haltung“, sagte Neubauer.



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