Bayern unplugged – Wolfsburger Stromausfall

Bayern unplugged – Wolfsburger Stromausfall. Zugegeben, es war kein bundesweites Ereignis. Doch Wolfsburg war jüngst ein Beispiel dafür, was passiert wenn nichts mehr geht, wenn der Strom plötzlich großflächig ausfällt.

Wolfsburger Stromausfall

Für den überraschten Einwohner Wolfsburgs war ein Flackern der Glühlampen zu beobachten. Mehr erstmal nicht, doch dann fragten sich plötzlich viele, ob sie die Stromrechnung bezahlt haben. Wie aus dem Nichts fiel in weiten Teilen der Stadt plötzlich und unerwartet der Strom aus. Nein, an der Hauptsicherung lag´s auch nicht. Der Strom war einfach weg. Die Kaffeemaschine blubberte nicht mehr, der Toaster versagte, die Dusche blieb kalt und mit dem Frühstücksei wollte es auch nichts werden. Nicht einmal Radio und Fernsehen liefen mehr. Es war gegen 9 Uhr. Auf den Straßen versagten sämtliche Ampeln ihren Dienst. Auch in den Geschäften waren Licht, Fahrstühle und Kassen komplett ausgefallen. Am Ende wurde klar, dass hier rund 50.000 Menschen über einen Zeitraum von 2-3 Stunden ohne Strom waren. Es war der größte Stromausfall  in der langjährigen Geschichte der Stadt. Das VW Werk, das berühmte Badeland, das Phaeno – nichts ging mehr. Das betraf aber auch die elektrisch verstellbaren Betten pflegebedürftiger Menschen in den Privathaushalten. Schuld an dem Dunkel war ein technischer Defekt, der die Wolfsburger Stromversorgung flächendeckend zusammenbrechen ließ.

Kraftwerk bei VW

Letztlich soll´s an einer Leitung im Kraftwerk bei VW gelegen haben. Das gesamte System wurde automatisch heruntergefahren. Vier Generatoren wurden ausgeschaltet. Sie sind die Stromproduzenten, die die große Stadt mit Strom versorgen. Am Mittag war der war der Strom dann wieder da und alle zuvor betroffenen Haushalte waren wieder „am Netz“. Irgendwann konnte auch die Polizei wieder aufatmen, die nach eigenen Angaben froh waren, dass sich die Lage wieder beruhigt hatte. Die Polizei sprach einfach nur von einem  „großen Drama“ und traf damit den Nagel sicher auf den Kopf. Die Fehlersuche war erfolgreich. Spezialisten fanden heraus, dass ein technischer Defekt den Strom nicht durchließ. „Der Fehler lag in der Schutzauslösung in der Längskuppel, die verbindet die VW Kraftwerk GmbH mit dem öffentlichen Netz“,  so eine offizielle Aussage.  Dass das System heruntergefahren wurde, war ein Beweis für die funktionstüchtigen Sicherheitsmechanismen.

Stromausfall bei VW

Da auch der Autobauer VW selbst von dem Stromausfall betroffen war, stoppten die Bänder der Sonderschicht. Die gesamte Produktion musste heruntergefahren werden. Gut 1.000 Arbeiter wurden aus der Frühschicht nach Hause geschickt. Auch hier lief ab 9 Uhr nichts mehr. Rund 100 Autos konnten so nicht produziert werden. Der Ausfall der Generatoren kam so plötzlich und unerwartet, dass es keine Zeit mehr gegeben hat, irgendwie zu reagieren. reagieren. Über mögliche finanzielle Schäden gibt es noch keine Angaben. Mehr noch. Die Polizei war auch noch aus einem anderen Grund besorgt. Am Nachmittag/Abend sollte die Fußball-Bundesliga-Partie Wolfsburg-Bayern stattfinden. Deswegen waren Tausende Fans auf dem Weg in die VW Stadt. Da aber auch die Arena zeitweise stromlos war, und die Verkehrslage kaum mehr zu überschauen war, sah die Polizei das Spiel in Gefahr. Wie mittlerweile bekannt ist, wurde die Partie angepfiffen. Das Stadion verfügt aber auch über eine Notstromversorgung, sodass die Partie wahrscheinlich nie in Gefahr war.

Autostadt Wolfsburg

Die Situation musste sich etwas Spott aus dem WEB gefallen lassen. Dass ausgerechnet in der großen Autostadt Wolfsburg die Ampeln nicht funktionierten, amüsierte die User ebenso wie Wortspiele und spontan erfundene Verschwörungstheorien in Richtung des VfL Wolfsburg. Der Fußball-Bundesligist VFL hätte den Stromausfall perfekt inszeniert, um sich der drohenden Blamage gegen den übermächtigen FC Bayern München zu entziehen. Andererseits hätte so wenigstens der ICE in Wolfsburg gehalten. (Der fuhr schon mal am Bahnhof WOB vorbei …) Ein anderer meinte, es hätte einen gewissen Reiz, die Bayern mal „unplugged“ zu erleben. Dieses Großereignis macht mehrere Dinge deutlich. Es wurde klar vor Augen geführt, wie abhängig das heutige Leben in Summe von der Versorgung mit dem Strom geworden ist und –  wieso hatte eigentlich niemand Strom? Egal, ob der Einzelne Öko- Strom bezahlt oder sein Anbieter „sonst wo“ ist. Dieses Ereignis macht deutlich, dass alle Abnehmer am selben Netz hängen. Auch der Stromdiscounter speist seinen Strom nur ins allgemeine Netz mit ein. Aus welcher Quelle der Strom kommt, den ich bezahle, ist vollkommen unklar. Er muss jedenfalls nicht zwingend von dem Anbieter kommen, an den ich meinen verbrauchten Strom zahle. Andernfalls würden extra Leitungen gezogen werde müssen, die mich direkt mit einem konkreten Anbieter verbinden.



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