Können Solarbatterien wirtschaftlich arbeiten?

Können Solarbatterien wirtschaftlich arbeiten? Wer an Fotovoltaikanlagen denkt, der hat in den meisten Fällen die großflächigen Solarkollektoren auf den Dächern zumeist größerer Häuser vor Augen. Doch diese Energiewandler allein sind noch keine Solaranlage. Erst die Kombination mit der dazu notwendigen Elektronik und den Batteriespeichern können Häuser mit elektrischem Strom versorgen. Der Strom wird in diesen Anlagen immer nur dann produziert, wenn auch Sonnenlicht einfällt. Dann allerdings auch oft mehr, als vom Haushalt verbraucht werden kann. Die Überschüsse werden in Batterien gespeichert und zum Beispiel nachts abgegeben. Das klingt praktisch und sinnvoll – ist es auch wirtschaftlich?

Fachmesse Intersolar zum Them Solarbatterien

Auf der Intersolar, Europas größter Fachmesse in Sachen Solartechnik, zeigen die Pioniere dieser Technik Batteriesysteme, die sich wirtschaftlichen rechnen sollen. Gibt es nun einen Speicherboom in Europas Kellern? Obwohl Batteriespeicher bis dato staatliche Fördergelder genießen, rechnete die Verbraucherzentrale vor, dass sich diese Stromspeicher bis dato nicht lohnen. Doch gerade das ändert sich jetzt gerade. Für die Ausstattung mit Solareinheiten und Akku sind bei einer über 25-jährigen Betriebszeit aktuell Kosten in Höhe von rund 20 Cent per Kilowattstunde einzusetzen. Mit diesem Ergebnis liegt der private Haushaltsstrom, unterhalb des am Markt üblichen Preises. So ist es auf der Messe zu hören.

Lithium-Eisen-Phosphat-Speicher-Technik

Produzenten wie Anbieter der Lithium-Ionen-Akkus haben das Ziel, bei den Kosten für die Batterien mit der Bleitechnik mitzuhalten. Der wesentliche und auch auffallendste Unterschied dieser verbreiteten Techniken ist darin zu sehen, dass Lithium-Ionen-Akkus weniger Platz einnehmen und dabei mehr Energie haben. Daneben machen sie auch mehr Be- und Entladungsvorgänge mit. Leider ist besser auch oft teurer. Das gilt auch für die Lithiumtechnik. Batterien mit dieser Technik sind meist noch klar teurer. Eine Firma aus dem Allgäu schickt sich nun an, diese Batterie – Landschaft zu revolutionieren. Sie will mit ihrer neuen Lithium-Eisen-Phosphat-Speicher-Technik insbesondere für Ein- bis Zweifamilienhäuser mit bemerkenswerten 4,5 Kilowattstunden Speicherkapazität neue Maßstäbe setzen. Das gilt auch für den Preis.

wirtschaftliche Solaranlage

Nimmt man hierbei den Anschaffungspreis, die Robustheit in Sachen Ladevorgange und die damit zu erwartende Lebensdauer von 20 Jahren, stellt sich dieses Modell bereits als wirtschaftliche Solaranlage dar. Da eine konventionelle Solaranlage aber auch nach 20 Jahren noch wenigstens fünf Jahre Strom produziert, steht der Betreiber vor einer Entscheidung. Entweder er lässt fortan die Batterie weg und verzichtet auf das Speichern des Stroms oder er nimmt noch mal Geld in die Hand und kauft eine neue Batterie.

E-Bike-Speicher

Doch selbst dazu gibt es bereits Alternativen. Ein Schweriner Versorger gibt in seinem Batteriesystem recycelten Lithium-Mangan-Akkus eine zweite Karrierechance. Diese gebrauchten Akkus hatten ihren ersten Einsatz in E-Bikes. Diese vermeintlich ausgedienten Stromspeicher haben immerhin noch eine respektable Restkapazität von rund 80 Prozent. Damit ist ein wirklich günstiger Einstieg in die solare Selbstversorgung mit grünem Strom möglich. Immerhin haben 16 Akkus in dem dafür maßgeschneiderten Speichergehäuse Platz. Das entspricht einer Kapazität von bis zu fünf Kilowattstunden purer Sonne. Die nötigen E-Bike-Speicher sind für knapp 30 Euro pro 2,5 Kilowattstunden Kapazität auch mietbar.

erwartenden Massenproduktion absehbar

Weitere Preissenkungen sind vor dem Hintergrund der laufenden Entwicklung und der zu erwartenden Massenproduktion absehbar. Das zeigt auch der Vergleich mit den Lithium-Ionen-Akkus für die E-Autos. Die sind im Verlauf der letzten drei Jahre von 800 auf 200 Euro pro Kilowattstunde gefallen. Eine durchaus ähnliche Entwicklung ist nach Einschätzung von Sonnenbatterie-Chef Ostermann eben auch bei den Solarspeichern berechtigt zu erwarten. Laut Markus Hoehner, EuPD Research-Chef, sagt vor dem Hintergrund seiner Marktanalyse, dass viele Energieverbraucher an diesen neuen Technologien Interesse haben. Sie wollen damit einfach unabhängiger von den konventionellen Energieversorgern und deren Preisgestaltung werden. Wenn die Speicher nun tatsächlich günstiger werden, dann könnte das einen Run auf diese Technik bedeuten.



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