Experten fordern globale Emissionsgrenze

Ab dem kommenden Sonntag treffen sich in Königswinter bei Bonn auf Einladung der deutschen Regierung Umweltminister aus etwa 45 verschiedenen Staaten, um über den Klimaschutz zu debattieren. Ziel sei es, eine Verständigung darüber zu finden, wie die Klimaschutzverhandlungen bis zur nächsten Klimakonferenz der UN im Dezember fortgeführt werden sollen.

Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) fordert, dass bei diesen Verhandlungen Konstruktionsmängel beim Kyoto-Protokoll überwunden werden. Dabei plädieren Experten des Instituts für eine Einführung einer globalen Obergrenze für Emissionen; bisher existieren lediglich nationale Verpflichtungen bezüglich des Ausstoßes von Treibhausgasen. Im Rückblick auf die gescheiterte UN-Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen resümiert der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung: „Das Schema Klimabasar – jeder gibt so wenig, wie er kann – hat die Verhandlungen in die Sackgasse geführt.“ Die Empfehlung von Experten sieht so aus, dass eine globale Obergrenze der Emissionen von 35 Milliarden Tonnen für das Jahr 2015 beschlossen wird; dieser Grenzwert wird dann in den folgenden Jahren immer weiter reduziert.

Die Verteilung auf die jeweiligen Staaten könne mit einem Emissionshandelssystem erreicht werden, bei dem die Emissionsrechte pro Einwohner verteilt werden. Reichen einem Land die Emissionsrechte nicht aus, so kann es sich weitere hinzukaufen; zum Beispiel von Entwicklungsländern, die einen Teil ihrer Rechte nicht benötigen. Eine derartige Einführung einer globalen Obergrenze sei laut Forschern wichtig, da die bisherigen Selbstverpflichtungen der einzelnen Staaten zu einem Anstieg der Erderwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts von ungefähr drei Grad Celsius führen würde; allerdings sehen Experten nur eine Erwärmung um maximal zwei Grad Celsius als kontrollierbar an.



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