Hydraulic Fracturing = „fracking“

Erdgas ist normalerweise nicht als Riesenblase tief in der Erde. Wäre es so, dann bräuchte man diese Blase nur anbohren und „ablassen“. Tatsächlich befindet sich dieses fossile Gas als Bläschen in Gesteinsporen in gut 5000 Meter Tiefe. Hat man so einen Bereich angebohrt, kann der vorhandene Druck entweichen. Dabei finden sich die Gasbläschen zu Gasblasen zusammen und entweichen schließlich durch das Bohrloch nach oben. Was ist aber, wenn das Gestein nicht locker genug ist und die Bläschen sich eben nicht von selbst zu Blasen sammeln. Dann kommt das „fracking“ zum Einsatz.

Das ist keine besondere Maschine, sondern ein chemischer Schraubstock für die gashaltige Gesteinsschicht. Mithilfe des Hydraulic Fracturing Verfahrens, Fracking, werden zunächst Wege geschaffen, durch die das Gas entweichen kann. Hierzu werden im schwer durchlässigen Gestein absichtlich Risse erzeugt. Um das zu erreichen, wird mit hohen Drücken Chemie in Form einer gelartigen Frac-Flüssigkeit, durch das Bohrloch in die Lagerstätte gepumpt. Das verursacht feine Risse (englisch: fractures) im Speichergestein rund um das Bohrloch. Damit diese Risse auch Risse bleiben, werden Keramikkügelchen oder Quarzsand in die Risse eingebracht. So werden die künstlichen Fließwege künstlich offen gehalten. Das ist wichtig, weil die „fractures“ sich anderenfalls durch den Druck in 5000m Tiefe wieder schließen würden. Unter dem Druck dieses Schraubstocks entweicht das Gas deutlich schneller. Schade nur, dass die dabei eingesetzte Chemie für Umwelt Mensch und Tier nicht gerade förderlich ist.

Dieses Verfahren erlebt in den USA einen Siegeszug ohnegleichen. Das hat natürlich Auswirkung auf die Förderrate und den Preis. Jeder weiß, dass der irdische Vorrat an fossilen Brennstoffen endlich ist. Das Fracking-Verfahren wird auch in Deutschland seit über 50 Jahren in der Erdgasförderung angewandt, um die Förderung wirtschaftlicher zu gestalten. In etwa ein Drittel der bundesdeutschen Erdgasförderung ist schon unter Einsatz dieses Verfahrens ermöglicht worden. Niemand weiß so ganz genau, was dieses Verfahren in Naturschutz- und Wasserschutzgebieten bewirkt und wie sich die Erdschichten ggf. noch Jahrzehnte nach dem „Ablassen“ des Gases mit diesem Verfahren reagieren werden.



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