Neue Hybridtechnologie bei Peugeot und Citroen

Neue Hybridtechnologie bei Peugeot und Citroen. „Die spinnen, die Römer“. Dieses Zitat stammt zwar von den Galliern Asterix und Obelix, und damit aus der Welt der Comics, doch die hier müssen wohl tatsächlich verrückt sein. Es geht um das ehrgeizige Projekt „Hybrid Air“. Über viele Monate hinweg zerbrachen sich die geistigen Väter dieser Technologie den Kopf darüber, wie man den Treibhausgas-Ausstoß beim Betreiben von Autos durch intelligente Antriebstechnologien weiter senken könne. Letztlich ist das ein Anliegen, dass den Autoherstellern von den EU-Vorgaben zum CO2-Ausstoß nach ganz oben auf die Agenda gesetzt wurde.

Weitereitwicklung der klassischen Hybrid-Pkw

Um das erreichen zu können kam die Weitereitwicklung der klassischen Hybrid-Pkw Technologie mit Elektromotor und Lithium-Ionen-Akku definitiv nicht infrage. Der Grund dafür ist leicht erklärt: „Zu teuer und zu aufwendig“. So dachte man über einen Schwungspeicher nach. Der sollte in etwa so sein, wie der, der von Porsche in einer Rennversion des 911 eingebaut wurde. Diese Technik funktioniert über Super-Cap-Kondensatoren aus der Formel 1. Diese nehmen die elektrische Energie verlustfrei auf und geben sie impulsiv wieder frei, aber eben alles über Luft. Das Grundprinzip dazu kennt jeder, der schon einmal einen Luftballon aufgeblasen und ohne Knoten hat fliegen lassen. Mit genau dieser Energie musste sich doch etwas anfangen lassen. Nur, mit ausgestoßener Luft eine komplette Tonne Blech bewegen – wie soll das gehen?

Hybrid-Air-Technologie – Prototyp

Diese Vision liegt nun rund vier Jahre zurück. Der erste Prototypen mit dieser „Hybrid-Air-Technologie“ wurde nun auf dessen eigenen Räder gestellt und stand damit für erste Probefahrten auf den Straßen von Paris bereit. Bei dieser Antriebsart kommen keine Akkus und Elektromotoren mehr zum Einsatz. Hier gibt es einen Gastank im Mitteltunnel, der die Rolle des Luftballons übernimmt und statt der Luft im Ballon nutzen die Entwickler hier Stickstoff. Die Technik rund um den Gastank wird aktiv, sobald der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt und der kleine Wagen praktisch ausrollt. Die genau jetzt auftretende überschüssige Bewegungsenergie nimmt eine Pumpe auf und drückt damit so viel Hydraulik-Öl in den Stickstofftank, dass dort der Druck dort von 200 auf rund 350 bar schnell ansteigt.

Geht der Fahrer dann irgendwann wieder auf das Gaspedal, so , öffnet die elektronische Steuerung die Ventile, der Stickstoff dehnt sich aus, und der geschlossene Kreislauf wirkt in genau entgegengesetzte Richtung. Im Ergebnis treibt jetzt der Zylinder jetzt eine Hydraulikmotor an. Je nach Situation schiebt dieser Antrieb den Wagen nun ein gutes Stück allein nach vorne oder greift dem Motor eine Weile kraftvoll unter die Arme. Eigentlich fährt dieser Wagen damit wie der Toyota Prius – es kommen prinzipiell zwei Motoren zum Einsatz. Allerdings kann der Drucktank am Ende nur für ein paar Hundert Meter Schub Energie speichern und wieder freisetzen. Dafür ist er aber in Sekundenschnelle wieder aufgeladen. Es gibt kein anderes Hybrid-System, das so schnell und so häufig anspringt wie dieses Drucksystem.

Diese Reaktionsgeschwindigkeit wirkt sich natürlich allem voran im Stadtverkehr aus. Wenn er hier seine hybriden Trümpfe ausspielt, dann kann er bis zu 45 Prozent weniger CO2 ausstoßen. Damit ist das Zwei-Liter-Auto nun keine Fiktion mehr. Das klingt zwar mutig, ist aber real, denn schon der konventionelle 2008 (Citroen) kommt nach dem entsprechenden Umbau mit 2,9 Litern aus. Schon die nächste Generation von Kleinwagen soll auf dieser Basies entwickelt werden. Damit ist allerdings die Business Class vor diesem Hintergrund noch nicht gelöst.

Fazit zur Technik

Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Technik in der Praxis bewährt und ob sie die Vorteile der Energieeinsparung bringt, die man sich davon erhofft. Der Einsatz wäre dann sicher auch in anderen mechanisch laufenden Maschinen möglich und könnte so einen wesentlichen Anteil zur Energiewende beitragen.



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