Die Straße als Kraftwerk – Energieprobleme gelöst

Die Straße als Kraftwerk

Die Straße als Kraftwerk – Energieprobleme gelöst

Die Straße als Kraftwerk. Geahnt haben wir es ja schon immer, dass das Geld auf der Straße liegt. Was die Holländer da jetzt allerdings mit ihren Straßen machen, das ist schon ein neuer Weg an Energie zu kommen.

Energieprobleme wären durch Solarzellen in der Straße gelöst

Es ist in der Tat schon etwas seltsam. Da pumpen wir Mutter Erde das Öl aus ihren Adern, baggern nach Kohle und spalten Atome um an Energie zu kommen. Statt in der Tiefe nach Energieträgern zu suchen, wäre der Blick nach oben viel einfacher. Die Sonne beschert uns Tag für Tag gut zehntausendmal mehr an Energie, als die Menschheit in Summe verbrauchen kann. Genau da kommt eine holländische Überlegung. Viele Energieprobleme wären nach deren Meinung gelöst, wenn wir unsere Städte mit Solarzellen pflastern würden.

Solarzellen auf den Dächern der Häuser sind mittlerweile ein vertrauter Anblick. Aber Solarzellen auf der Straße? Genau das passiert jetzt in Holland. SolaRoad (Konsortium) ist just dabei, die weltweit erste Solarstraße zu bauen. Nördlich von Amsterdam liegt die Gemeinde Krommenie. Hier entsteht ein 70 Meter langer Fahrradweg, dessen Oberfläche aus Solarmodulen besteht. Bis zum Jahr 2016 sollen es dann schon 100 Meter sein. Nach der Vorstellung der geistigen Väter des Projekts soll dieser Teilabschnitt dann bereits so viel Strom produzieren, dass damit bis zu drei Haushalte versorgt werden können. Spinnt man das weiter, dann könnten die Straßen irgendwann den ganzen Strom produzieren, den die Elektroautos, die auf ihnen fahren, verbrauchen.

Niederländer planen Straße als Kraftwerk seit 2009

Das alles ist aber keine Laune des Moments. Die Niederländer planen und feilen schon seit 2009 am Konzept für dieses beeindruckende Vorhaben. Dazu haben sie nun rechteckige Module aus Beton entwickelt. Diese sind zweieinhalb mal dreieinhalb Meter groß. So wie Glühlampen ihre Fassung haben, werden die Solarmodule aus Silizium in diesen Beton eingelassen. Um darauf fahren zu können, werden diese Module abschließend von einer ein Zentimeter starken Schicht aus Glas bedeckt. In genau diesem Zustand werden die Elemente in der Fabrik vorgefertigt. Bei den Straßenbauarbeiten können die einzelnen Elemente vor Ort zu einer Strom erzeugenden Straße zusammengebaut werden.

Hinter diesem heroisch- ehrgeizigen Projekt stehen aber keine spleenigen Einzelkämpfer. Hier haben sich Partner zusammengetan, die mit dem Straßenbau vertraut sind. Aktiv tätig geworden sind hier die niederländische Industrieforschungsorganisation TNO und die Provinz Nord-Holland, das Verkehrs- und Infrastrukturunternehmen Imtech sowie der niederländische Straßenbau-Spezialist Ooms Civiel. Alles zusammen genommen werden in dieses Forschungsvorhaben rund drei Millionen Euro investiert.

Fotovoltaik-Fahrradweg in Holland

Man mag es kaum glauben, aber mit diesem Fotovoltaik-Fahrradweg kommen die Holländer dem ebenso ehrgeizigen US-Projekt Solarroadways zuvor. Das ist für das kommende Frühjahr geplant. Die parallele Grundidee beider Projekte besteht darin, die Straßen, die bisher ja nur als Transportweg dienten, zu Kraftwerken werden zu lassen. Das genialste daran ist, dass die Solarenergie so zu einer erheblichen Anzahl neuer Flächen kommt, ohne weitere Felder, Wiesen und Wälder opfern zu müssen.

Die Fläche, die den Solarzellen auf den Hausdächern, zur Verfügung steht, reichen einfach nicht aus, um komplette Länder mit Solarstrom versorgen zu können. Deswegen geht Holland diesen mutigen Schritt. Hier könnten sie nach Einschätzung von SolaRoad bestenfalls ein Viertel des Strombedarfs decken. Da stehen bei den Straßen vollkommen andere Flächendimensionen zur Verfügung. Wenn die Schätzungen stimmen, dann könnten sie allein in den USA gut dreimal so viel Strom bereitstellen, wie das gesamte Land verbraucht.

Asphaltbelag auf solare Oberflächen umrüsten

Auf dem Weg dahin müssten aber praktisch alle Straßen vom Asphaltbelag auf solare Oberflächen umgerüstet werden. Das wäre sowohl ein gewaltiger finanzieller als auch materieller Kraftakt für die Straße als Kraftwerk. Wird sich das also rentieren? Letztlich müssen die Solarmodule zu deren richtiger Funktion im rechten Winkel zur Sonne stehen. Außerdem fangen die Glasabdeckungen zusammen mit Staub und anderen Dingen dann einiges an Sonnenlicht ab, ehe es auf die Solarzellen trifft. Doch das wussten die Entwickler natürlich schon im Vorfeld. Fachleute rechnen damit, dass die Module deswegen rund 30 Prozent weniger Strom erzeugen werden, als es auf einem Dach der Fall ist.

Als Ergebnis einer Machbarkeitsstudie nehmen die Holländer damit, dass diese begeh- und befahrbaren Solarpanelen nach rund 20 Jahren bereits so viel Strom produziert haben, dass sie die eigenen Herstellungskosten wieder „verdient“ haben. Wenn die Module erstmal in die Massenproduktion gegangen sind, dann das sogar in weniger als 15 Jahre erreicht sein. Damit wären das wohl die ersten Straßen, zu deren Bau keine Milliarden an Steuergeldern gebraucht würden – stattdessen würden sie ihre Baukosten auf dem solaren Weg selbst wieder erwirtschaften.

Nun wollen die Holländer mit ihrem Solar-Fahrradweg erstmal beweisen, dass das Konzept grundsätzlich technisch aufgeht. Letztlich haben die Solarmodule hier auf der offenen Straße ganz andere Belastungen zu erwarten als im Entwicklungslabor. Von oben wirken die Fahrzeuge auf die Module, von unten drücken ggf. Baumwurzeln usw. Doch damit nicht genug. Die Module müssen auch mit Regenwasser, Schnee, Eis und Co fertig werden. Und ganz am Ende dürfen sie die Fahrradfahrer und Fußgänger nicht mit eventuellen Lichtreflektionen verunsichern oder bei Nässe zur Rutschbahn werden.



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