Das Erneuerbare-Energien-Gesetz regelt die bevorzugte Abnahme von Strom aus den erneuerbaren Energien Sonne, Wind, Wasserkraft und Biomasse. Die Erzeuger erhalten feste Einspeisevergütungen, die größtenteils über dem Energiepreis liegen und daher subventioniert werden. Ein Teil der Subventionen wird durch die EEG-Umlage finanziert, die alle Stromkunden zahlen. Aber was genau steckt hinter der EEG-Umlage?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG

Zielrichtung und Funktionsweise des Erneuerbare-Energien-Gesetzes

Das Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes besteht darin, den Anteil erneuerbarer Energien immer weiter zu erhöhen, wobei die Zielstellungen gelegentlich angepasst werden. Die letzte Diskussion über eine Anpassung resultiert aus dem Herbst 2016, doch noch ist in der letzten Fassung (aus 2014) des EEG – das immer wieder fortgeschrieben wird – eine Zielstellung von 40 – 45 % im Jahr 2025 und 55 – 60 % im Jahr 2035 festgeschrieben. Grundsätzlich existiert durch das EEG

  • eine Anschluss- und Abnahmeverpflichtung von Netzbetreibern für die Aufnahme des Stroms aus erneuerbaren Energien und
  • eine gleitend angepasste Vergütung für die Erzeuger von ökologischem Strom.

Die gleitende Anpassung (nach unten) der Vergütungssätze zielt darauf, dass sich Strom aus erneuerbaren Energien allmählich über marktfähige Preise finanzieren soll.

Finanzierung des ökologischen Stroms per EEG-Umlage

Die Netzbetreiber können den ökologischen Strom größtenteils (noch) nicht kostendeckend abnehmen, weiterleiten und vermarkten. Sie verkaufen ihn über die Strombörse, ihre Negativdifferenz ist eine Berechnungsgrundlage für die EEG-Umlage. Die Berechnung ist teilweise umstritten. Es herrscht eine Diskrepanz zwischen der Vergütung der Vollkosten und der Grenzkosten, welche die Berechnungsgrundlage der Preise an der Strombörse bilden. Das gesamte Rechenkonstrukt ist sehr komplex, pauschal lässt sich sagen, dass es günstiger ist, erneuerbare Energien zu fördern, als den teilweise veralteten Kraftwerkspark für Kohle- und Gaskraftwerke zu erneuern.

Darüber hinaus kostet Klimaschutz Geld. Wenn dieses nicht in die Förderung erneuerbarer Energien fließt, entstehen Folgekosten für den Umwelt- und Gesundheitsschutz aufgrund veralteter, klimaschädlicher Energieerzeugungstechnologien. Ein weiterer Fakt ist die jährliche Ermittlung (immer zum 15. Oktober) der EEG-Umlage für das Folgejahr aufgrund einer Prognose zu den wahrscheinlichen EEG-Vergütungen im kommenden Jahr. Diese Prognose kann nicht absolut genau sein, sodass die Erneuerbare-Energien-Gesetz-Umlage teilweise auf Schätzwerten beruht. Nicht zuletzt zahlen die EEG-Umlage vorrangig private Endverbraucher und kleinere Betriebe, während große, energieintensive Unternehmen teilweise oder vollständig davon befreit sind – eine politisch höchst umstrittene Tatsache. Für das Jahr 2017 wurde eine EEG-Umlage für die genannten Endverbraucher ohne das Privileg einer Ermäßigung von 6,88 ct/kWh festgelegt.

EEG Umlage Anstieg seit 2003

EEG Umlage Anstieg seit 2003

Welche erneuerbaren Energien werde nach Erneuerbare-Energien-Gesetz gefördert?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz fördert nach § 3 Begriffsbestimmungen Nummer 3 „Erneuerbare Energien“ wie Wasserkraft einschließlich der Wellen-, Gezeiten-, Salzgradienten- und Strömungsenergie, Windenergie, solare Strahlungsenergie, Geothermie, Energie aus Biomasse einschließlich Biogas, Biomethan, Deponiegas und Klärgas sowie aus dem biologisch abbaubaren Anteil von Abfällen aus Haushalten und Industrie.

Wer vermarktet den EEG-Strom in Deutschland?

Seit dem Jahr 2010 sind insgesamt vier so genannte Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) mit der Vermarktung und Abrechnung betraut. Die zuständigen Übertragungsnetzbetreiber sind Tennet TSO, 50Hertz Transmission, Amprion und TransnetBW. Die Höhe der EEG Umlage wird von dieser 4 Firmen zum 15. Oktober in einer Schätzung ermittelt. Dazu werden die Ausgaben für die EEG Vergütungen und die Einnahmen durch den Verkauf des Strom an der Strombörse EPEX Spotmarkt in einer Prognose für das Folgejahr aufgestellt.

Sonderregelungen für stromintensive Unternehmen

Die EEG-Umlage wird vorrangig vom privaten Endverbraucher und kleineren Betriebe gestemmt. Große und energieintensive Unternehmen haben dabei den Vorteil, dass Sie teilweise oder vollständig davon befreit sind. Das wiederum ist eine politisch höchst umstrittene Tatsache. Stromkostenintensive Unternehmen § 64 EEG müssen mehr als 1 Gigawattstunde Strom verbraucht haben und der Anlage 4 angehören, um die Sonderregelung betragen zu können.

Wie sind die Vergütungssätze für Anlagen zur Stromerzeugung?

Das EEG regelt natürlich auch die Vergütungssätze zur Stromerzeugung. Die so genannte Einspeisevergütung ist das Kernstück des Erneuerbare-Energien-Gesetze (EEG). Dieser Betrag wird dem Betreiber z.B. von Photo­voltaik­anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Energie entrichten, wenn dieser den Strom in das öffentliche Netz eingespeist.

Die Einspeisevergütung gilt für einen Zeitraum von 20 Jahren nach Inbetriebnahme der Photo­voltaik­anlage. Der zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme gültige Betrag der Einspeisevergütung bleibt als Besitzstand festgeschrieben und kann im Nachgang nicht gesenkt werden. Aktuell ist die Einspeisevergütung nicht für alle Anlagen gleich, sondern richtet sich nach der Anlagengröße und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme. Festgeschrieben wurden absinkende Vergütungssätze, der sog. „Degression“, welche sich nach dem Photovoltaik-Zubau richten.