Stromnetz in Tschechien ist überlastet

Angesichts der von der Bundesregierung im vergangenen Sommer beschlossenen Energiewende ist das Stromnetz in Deutschland am Rande seiner Kapazitäten angekommen, da die jetzige Infrastruktur nicht auf die veränderten Anforderungen eines vermehrten Einsatzes der erneuerbaren Energien zugeschnitten ist. Doch nicht nur in der Bundesrepublik sorgen die größeren Mengen an Ökostrom für eine angespannte Netzsituation, auch im Nachbarland Tschechien macht sich der deutsche Ausstieg aus der Nutzung der Atomkraft zur Stromgewinnung auf diese Weise bemerkbar.

Gegenüber tschechischen Medien erklärte Vladimir Tosovsky, der Chef des dortigen Betreibers der Stromnetze, CEPS, über das tschechische Netz wälze sich in Deutschland aus den erneuerbaren Quellen gewonnene Energie. Sollte unplanmäßig eine größere Strommenge nach Tschechien fließen, so drohe nach Einschätzung von Experten sogar ein plötzlicher Blackout bei der Energieversorgung. Aus diesem Grund wird derzeit darüber nachgedacht, an der Grenze “Phasenschieber” anzubringen. Diese Maschinen können den Stromfluss regulieren, würden jedoch ungefähr 80 Millionen Euro kosten – diese Summe würde dann auf die tschechischen Verbraucher umgelegt werden.

In Tschechien sind jedoch darüber hinaus auch noch weitreichendere Investitionen in das dortige Stromnetz geplant. Insgesamt sind Ausgaben im zweistelligen Millionenbereich vorgesehen, um in Zukunft den Solar- und Windstrom, der aus Deutschland geliefert wird, besser aufnehmen und transportieren zu können. Experten bewerten Tschechien bereits zu Teilen zu einem Transitland für Ökostrom, der im Norden Deutschlands erzeugt und im Süden – vor allem in Bayern – benötigt wird, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Fließt allerdings zu viel Strom durch die deutschen Netze, so weicht dieser nach Tschechien aus. Zuvor hatte bereits Polen erklärt, aufgrund der deutschen Energiewende in Schwierigkeiten zu kommen.


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