Solar Millennium: Schwere Aufgabe für Insolvenzverwalter

Die deutsche Solarbranche muss derzeit im Kampf gegen Billiganbieter aus China bestehen – so manches Unternehmen gab sich bereits geschlagen, so auch der Hersteller von Solarkraftwerken “Solar Millennium”: Ende Dezember meldete die Firma mit Sitz in Erlangen Insolvenz an, nachdem es bei der als überlebensnotwendig angesehenen Veräußerung von Projekten in den USA zu Verzögerungen kam. Jetzt ist der Insolvenzverwalter gefragt, auf den eine alles andere als leichte Aufgabe zukommt. Gegenüber der “Welt am Sonntag” sagte der vorläufig eingesetzte Verwalter Volker Böhm, die Struktur von Solar Millennium – die mit verschiedenen Bereichen eng verbunden ist – mache das notwendige Verfahren “alles andere als einfach”. Darüber hinaus droht dem Kraftwerkshersteller der Verlust des Zugriffes auf wichtige Tochtergesellschaften.

Wie Böhm erläutert, seien die Tochtergesellschaften oftmals zusammen mit anderen Firmen über Gemeinschaftsunternehmen organisiert worden. Im Zuge des Insolvenzverfahrens stünde nun diesen anderen Unternehmen das Recht zu, gegen Bezahlung einer Entschädigung die Anteile von Solar Millennium an den entsprechenden Töchtern zu übernehmen. Dem Bericht der “Welt am Sonntag” zufolge drohe diese Gefahr etwa bei der Firma Flagsol – eines der Gründungsmitglieder der Wüstenstrominitiative DESERTEC –, die für den Großteil des operativen Geschäfts von Solar Millennium zuständig ist. An dem Kölner Unternehmen hält der Anlagenhersteller Ferrostaal bislang 25 Prozent der Anteile, könnte allerdings schon bald alleiniger Eigentümer sein.

Als der wertvollste Teil von Solar Millennium gilt dagegen der Zugriff auf das Geschäft in den USA – dieser solle auch erhalten bleiben. Nach Aussagen des Insolvenzverwalters Böhm habe man weiterhin volle Kontrolle über die Anteile (70 Prozent) an “Solar Trust of America”.

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