Oettinger schlägt Fusion von E.ON und RWE vor

In Deutschland sind E.ON und RWE die größten Energiekonzerne – im Vergleich mit anderen Konzernen dieser Art im Ausland gehören die beiden jedoch nach Ansicht von Günther Oettinger, dem Kommissar der Europäischen Union, nur zur “Regionalliga”. Anders würde die Lage jedoch bei einer Fusion der beiden Energiekonzerne aussehen, so sagte der ehemalige Ministerpräsident Baden-Württembergs gegenüber der “Rheinischen Post” weiter. Nur wenn es einen “nationalen Player von entsprechender Größe” gebe, könne Deutschland wirklich in der Weltliga eine Rolle spielen. Dabei räumte Oettinger allerdings ein, dass es diesbezüglich wohl wettbewerbsrechtliche Bedenken gebe.

Die Kartellwächter sehen den Vorschlag des Energiekommissars ebenfalls kritisch. Ein Sprecher des Bundeskartellamts meinte, dies würde mit Sicherheit streng untersucht werden. Noch deutlicher äußerte sich der Bund der Energieverbraucher. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa erklärte Aribert Peters, der Vorsitzende des Verbands, es bedürfe keiner Stärkung der Großen – zu denen neben den bereits genannten auch die Energieanbieter EnBW sowie Vattenfall gehören –, sondern vielmehr eine Entflechtung. Schließlich hätten diese in der Vergangenheit überdurchschnittlich “gescheffelt” und seien nun wieder auf dem normalen Maß. Ferner werde deutlich, dass es bei den Konzernen an einem tragfähigen Konzept mangle. Beispielsweise würden derzeit Beteiligungen an Unternehmen aus dem Ausland wieder abgegeben werden.

Abgesehen von den kartellrechtlichen Problemen, welche eine Umsetzung des Vorschlags wohl unmöglich machen, würde der Vorschlag von Oettinger für E.ON und RWE Sinn machen – angesichts der Energiewende sind die beiden Konzerne unter Druck, müssen sparen und Stellen abbauen. Bei einer Fusion könnten die beiden dagegen ihre Stärken bündeln und versuchen, die negativen Seiten zu kompensieren.

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