Desertec-Projekt hofft auf Zuschüsse

Am vergangenen Montag fand eine Konferenz zu erneuerbaren Energien statt. Auf dieser waren auch Vertreter des großen Wüstenstromprojekts “Desertec” anwesend. Diese blicken mittlerweile nicht mehr ganz so optimistisch in die Zukunft, da sie sich um staatliche Subventionen sorgen. Sollten diese – beispielsweise in Form von Einspeisevergütungen – ausbleiben, so sei “die Kreativität” der für das Projekt Verantwortlichen gefragt, meinte Paul van Son, der Geschäftsführer der Desertec Industrial Initiative im Rahmen der angesprochenen Konferenz. In einem anderen Interview fügte er noch hinzu, dass man sich bereits gewundert habe, warum das Projekt im Energiekonzept der Bundesregierung – trotz großer Unterstützung am Anfang – in keiner Weise erwähnt wird. Schon letzte Woche wurde bekannt: Aus diesem Grund wandte sich van Son in einem Brief an wichtige Politiker in Deutschland, um mehr Unterstützung zu erbeten.

Mit dem Wüstenprojekt will man den Beweis erbringen, dass Kraftwerke in der Wüste gewinnbringend eingesetzt werden können und genügend Strom liefern. Momentan sei man dabei, die Vorbereitungen zu treffen, um in Marokko drei oder sogar vier solcher Kraftwerke als Beispiel zu errichten. Jedes dieser Kraftwerke soll dabei eine Leistung von 250 Megawatt haben. Allerdings sei noch zu klären, welche Art von Technologie in den Kraftwerken zum Einsatz kommen soll. Es sei sowohl möglich, Strom aus Photovoltaik oder Solarthermie wie auch aus Wind-Energie zu gewinnen. Dieses Vorhaben sei jedoch, so betonte van Son, zumindest am Anfang, auf Zuschüsse angewiesen. Vorstellbar wäre hierbei eine ähnliche Einspeisevergütung, wie es sie in Deutschland bereits für die erneuerbaren Energien gibt. Hierbei setze man die Hoffnung vor allem auf Deutschland; dazu meinte van Son: “Er herrscht allgemein die Erwartung, dass das größte EU-Land hier eine Vorreiterrolle einnimmt.”

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